«Ich weiss, wie viele Personen dank der Spitex glücklich sind»

In dieser Ausgabe beantwortet Ski-Legende Bernhard Russi die «5 Fragen» des Spitex Magazins. Dabei verrät der 70-Jährige aus Andermatt UR zum Beispiel, was er von der Spitex hält, warum er nur unter Zeitdruck Kolumnen schreibt – und wieso er einst wegen eines schönen Autos Architekt werden wollte.

Spitex Magazin: Herr Russi, Sie sind jedem Schweizer durch Ihre Erfolge als Skirennfahrer bestens bekannt, aber auch als Kommentator und Kolumnist. Sie sind 70 Jahre alt – der Skisport lässt Sie jedoch nicht los: «Dem Sport bin ich treu geblieben. Er begleitet mich weiterhin täglich im Beruf und in der Freizeit», schreiben Sie auf Ihrer Website. Können Sie sich erklären, wieso da diese unersättliche Leidenschaft ist für diesen Sport, der in der Schweiz geliebt wird, der anderswo aber als bizarr gilt – für dieses Schlittern auf zwei Brettern über gefrorenes Wasser an steilen Abhängen?

Bernhard Russi: Die Faszination für den Skisport ist sicher der Natur zuzuschreiben: der Natur mit ihrer Kulisse und ihrem Element Schnee. Wenn man wie ich in Andermatt aufgewachsen ist, dann lebt man zu 50 Prozent mit diesem Element, mit der klirrenden Kälte, mit den Schneestürmen und mit dem stahlblauen Himmel. Dazu kommt dann mein Drang zum Wettkampf, mich zu messen und immer wieder Grenzen auszuloten.

Dass Ihre Karriere als Skirennfahrer und Ski-Experte erfolgreich war, weiss jede Schweizerin und jeder Schweizer. Bestimmt gab oder gibt es aber auch andere Berufe, von denen Sie einst träumten oder heute noch träumen?

Ich wollte schon früh Architekt werden. In erster Linie, weil der einzige Architekt in Andermatt das schönste Auto hatte. Später hat sich das jedoch sehr relativiert. Und durch meinen erlernten Beruf, Hochbauzeichner, konnte ich das Architektonische auch ausleben – ebenso wie später während meiner Karriere in der Welt des Skisports, und zwar als Pistenarchitekt.

Sie sind seit über vier Jahrzehnten mit Ihren sportlichen Erfolgen sowie als Kommentator und Kolumnist in den Medien allpräsent. Bitte verraten Sie uns doch eine Macke und ein Talent, die in der Öffentlichkeit bisher kaum Thema gewesen sind.

Meine echten Macken verrate ich hier lieber nicht. Aber als Kolumnist fällt es mir ab und zu schwer, den richtigen Ton zu finden. Ich habe das Schreiben in der Schule nie wirklich geliebt. So bin ich zu einem «Last Minute»-Schreiber geworden. Ich brauche zeitlich das Messer am Hals, um richtig gut zu schreiben. Meistens beginne ich mit meiner Kolumne, ohne zu wissen, wie sie enden wird.

Auch ein Prominenter kann ein Fan sein. Welche bekannte Person würden Sie gerne einmal treffen?
Den US-Golfprofi Tiger Woods. Er hat eine sehr spannende Geschichte hinter sich. Der Kampf mit seinem eigenen Gleichgewicht zwischen Genialität im Golfsport und Schwächen sowie Abstürzen im Privatleben würde viel Gesprächsstoff liefern.

Und weil dies das Spitex Magazin ist: Was sind Ihre Erfahrungen mit der Spitex?
Persönliche Erfahrungen mit der Spitex habe ich bisher nicht gemacht. Allerdings kenne ich diese Organisation und finde sie eine grossartige Hilfe für Personen, die auf Pflege und Betreuung zu Hause angewiesen sind. Ich weiss, dass viele Menschen dank der Spitex glücklich sind und ohne sie gar nicht richtig funktionieren könnten.

Interview: Kathrin Morf

Zur Person
Bernhard Russi ist am 20. August 1948 geboren und in Andermatt UR aufgewachsen, wo er heute noch lebt. Er hat eine Lehre als Hochbauzeichner absolviert und wurde danach Skirennfahrer. Der Abfahrtsspezialist gewann eine olympische Goldmedaille und zwei Weltmeistertitel. Zudem entschied er zweimal eine Disziplinenwertung für sich, gewann zehn Weltcup-Rennen und war unter anderem Schweizer Sportler der Jahre 1970 und 1972.

Als er seine Karriere 1978 beendete, verschwand er keinesfalls von der Bildfläche, sondern blieb in den Medien allpräsent: unter anderem als Werbebotschafter, Kommentator im Schweizer Fernsehen, Pistenarchitekt, Kolumnist und technischer Berater des Weltskiverbands FIS. Russi hat zwei erwachsene Kinder (Ian ist 1980 geboren und Jennifer 1992) und ist in zweiter Ehe mit Mari Bergström verheiratet. Mehr unter www.bernhardrussi.ch.